Tollwut

Kommt auf allen Kontinenten außer der Antarktis vor. Verursacht jährlich etwa 59.000 Todesfälle weltweit und ist nahezu 100 % tödlich, sobald Symptome auftreten.¹⁻²

Was ist Tollwut?

Tollwut ist eine seltene, aber tödliche Krankheit, die durch ein Virus verursacht wird, das durch den Biss oder Kratzer eines infizierten Tieres auf den Menschen übertragen wird.1

Die Krankheit ist weit verbreitet und kommt in mehr als 150 Ländern und Gebieten vor, vor allem in Asien und Afrika.2

Das Tollwutvirus greift das zentrale Nervensystem an und verläuft nahezu immer tödlich, sobald Symptome auftreten. Diese durch Impfung vermeidbare Krankheit verursacht jährlich etwa 59.000 Todesfälle weltweit – das entspricht etwa einem Todesfall alle 9 Minuten.1

A cute and adorable red kitten sitting on the ground under the table of an outdoor restaurant.

Anzeichen und Symptome

1

 Inkubationszeit6-8

Dauer: Die Inkubationszeit beträgt in der Regel 2–3 Monate, kann aber auch zwischen einer Woche und einem Jahr liegen, abhängig von verschiedenen Faktoren, wie der Eintrittsstelle des Virus und der Viruslast.

2

Prodromalphase6-8

Dauer: 0–10 Tage
Mögliche Symptome:

  • Fieber
  • Übelkeit und Erbrechen
  • Kopfschmerzen
  • Kribbeln, Stechen oder Parästhesie im Bereich der Wunde

Weitere mögliche Symptome:

  • Appetitlosigkeit
  • Allgemeines Unwohlsein
  • Energielosigkeit
3

Neurologische Phase6-8

Dauer: 2–7 Tage
Mögliche Symptome:

  • Muskelschwäche
  • Übererregbarkeit und Unruhe
  • Verwirrtheit und Delirium
  • Hydrophobie (Angst vor Wasser)
  • Aerophobie

Weitere mögliche Symptome:

  • Hyperaktivität
  • Niedriger Sauerstoffgehalt im Blut
  • Sprachverlust
  • Koordinationsstörungen
  • Halluzinationen
  • Angstzustände
  • Depression
  • Lähmungen
  • Krämpfe im Halsbereich
4

Koma6-8

Dauer: 5–14 Tage
Mögliche Symptome:

  • Langsame, flache oder unterbrochene Atmung
  • Plötzlicher Herzstillstand
  • Niedriger Blutdruck
  • Herzrasen oder Herzflattern

Weitere mögliche Symptome:

  • Funktionsstörungen der Hypophyse
5

Tod6-8

Dauer: 5–14 Tage
Mögliche Symptome:

  • Kollabierte Lungen
  • Blutgerinnsel
  • Sekundäre Infektionen

Tollwut: zu 100% tödlich, zu 100% vermeidbar3,4

Unbehandelte Tollwut verläuft fast immer tödlich – ist jedoch durch eine Impfung vollständig vermeidbar.

Wie wird Tollwut übertragen?

Tollwut wird über den Speichel tollwütiger Tiere übertragen und gelangt in der Regel nach einem Biss oder einer Kratzwunde durch Exposition mit infiziertem Speichel in den Körper.²

    • Bis zu 99% aller Fälle von Tollwut beim Menschen werden von Hunden übertragen.2
    • Auf dem amerikanischen Kontinent sind Fledermäuse heute die Hauptursache für den Tod durch Tollwut beim Menschen, da die Übertragung durch Hunde in dieser Region eigentlich nicht mehr existiert.2
    • Durch die Fledermäuse übertragene Tollwut stellt auch in Australien und Westeuropa ein zunehmendes Gesundheitsrisiko dar. Weitere häufige Überträger sind Waschbär, Affe, Fuchs, Mungo, Katze und Stinktier.5

 

Bis zu 99% aller Fälle von Tollwut beim Menschen werden von Hunden übertragen.

Tollwut: zu 100% tödlich, zu 100% vermeidbar Mit nur einem Biss oder Kratzer kann Tollwut eine Reise ruinieren und möglicherweise ein Leben beenden. Aber mit einer Impfung kann man Tollwut vorbeugen.

Countries A–Z

Wer ist gefährdet?

Die WHO empfiehlt die Erwägung einer Präexpositionsprophylaxe (PrEP) bei Outdoor-Reisen in abgelegene Gebiete mit hohem Tollwutvorkommen, in denen eine sofortige medizinische Versorgung schwierig sein könnte.

Darüber hinaus wird eine PrEP-Impfung für Personen in bestimmten Hochrisikoberufen empfohlen, z.B. Laboranten, die mit lebenden Tollwutviren und mit Tollwut verwandten Viren (Lyssaviren) arbeiten, sowie für Personen die aufgrund ihrer beruflichen oder persönlichen Aktivitäten in unmittelbaren Kontakt mit Fledermäusen, Fleischfressern oder anderen möglicherweise infizierten Säugetieren kommen könnten (z.B. Mitarbeiter der Tierseuchenkontrolle und Wildhüter).

Des Weiteren sollte eine Impfung auch bei Kindern in Betracht gezogen werden, die in abgelegenen Gebieten mit hohem Tollwutvorkommen leben oder solche Gebiete besuchen. Kinder, die mit Tieren spielen, werden möglicherweise heftiger gebissen oder sagen nicht Bescheid, wenn sie gebissen wurden.²

A sweet little girl of Latin decent, sits up straight on an exam table as her nurse places a bandage on her arm after giving her a vaccination. The nurse is wearing blue scrubs and smiling at the young girl to put her at ease.

Schutz vor Tollwut

Impfung vor der Reise: PrEP (präexpositionelle Prophylaxe) vereinfacht das PEP (postexpositionelle)-Schema.¹

Mit einer vollständigen PrEP entfällt die Notwendigkeit einer Tollwut-Immunglobulin (RIG)-Behandlung. Diese steht in einigen Hochrisiko-Ländern, in denen Reisende der Krankheit ausgesetzt sind, möglicherweise nicht zur Verfügung.

Tollwut verläuft unbehandelt fast immer tödlich und ist auch heute noch eine der gefährlichsten Infektionskrankheiten.³

Jährlich sterben weltweit ca. 60.000 Menschen an Tollwut, wobei eine hohe Untererfassung angenommen wird.²

Erfahren Sie mehr über Tollwut

30 September 2025

  1. Weltgesundheitsorganisation (WHO), Rabies: Epidemiology. Aufrufbar unter: https://www.who.int/health-topics/rabies, letzter Zugriff August 2025 https://www.who.int/health-topics/rabies
  2. Weltgesundheitsorganisation (WHO), Rabies Fact Sheet. 27. September 2019. Aufrufbar unter: https://www.who.int/en/news-room/fact-sheets/detail/rabies, letzter Zugriff August 2025. https://www.who.int/en/news-room/fact-sheets/detail/rabies
  3. Weltgesundheitsorganisation (WHO), Rabies Resources. Aufrufbar unter: Publications, letzter Zugriff August 2025. https://www.who.int/publications/i?healthtopics=9ec6dabc-26bd-4f06-8710-a6ad9bf1d4ff&publishingoffices=ef806e9e-be4b-423a-91c9-9db2a8706e74&healthtopics-hidden=true&publishingoffices-hidden=true
  4. Center for Disease Control (CDC): Rabies prevention. Aufrufbar unter: Patient Care for Preventing Rabies | Rabies | CDC, letzter Zugriff August 2025. https://www.cdc.gov/rabies/hcp/clinical-care/index.html?CDC_AA_refVal=https%3A%2F%2Fwww.cdc.gov%2Frabies%2Fhcp%2Fprevention-recommendations%2Fpost-exposure-prophylaxis.html
  5. Plotkin S, Orenstein W, Offit P, Edwards K. 50. Rabies. Plotkin’s Vaccines. 7. Ausg. Elsevier. 2018. S.925.
  6. Rupprecht CE. Chapter 61—Rhabdoviruses: Rabies Virus. In: Medical Microbiology (4th edition). 1996.
  7. Jackson AC. Chapter 8—Human disease. In Rabies (4th edition). 2020. Seiten 277–296.
  8. Rupprecht CE. Rabies: a neglected, re-emerging zoonosis. CDC. 2011. Verfügbar unter: www.cdc.gov/grand-rounds/pp/2011/20110120-presentation-rabies-elimination-H.pdf, letzter Zugriff August 2025. https://bavarian-nordic-promomats.veevavault.com/ui/www.cdc.gov/grand-rounds/pp/2011/20110120-presentation-rabies-elimination-H.pdf
  9. Weltgesundheitsorganisation (WHO), Rabies. Aufrufbar unter: https://www.who-rabies-bulletin.org/sites/default/files/epi_2.jpg, letzter Zugriff August 2025. https://www.who-rabies-bulletin.org/sites/default/files/epi_2.jpg